Verfasst von: haferklee | 20. November 2008

Glanz und Elend des Web 2.0: RSS = CO2?

Hier gibt’s nicht viel zu meckern.

Wenn ich es recht verstehe, handelt es sich beim RSS-Dienst um etwas anderes als die bisher bei den 13 Dingen vorgestellten oder noch kommenden Web 2.0-Anwendungen Weblog, Flickr, YouTube, Library Thing, Bibsonomy etc. RSS-Feeds sind eher ein technisch-nützliches Instrument zur effizienten Informationsgewinnung vor allem bei der Arbeit, aber auch privat. Als solches setze ich sie auch ein; das heißt, ich habe mehrere fachliche und private Blogs abonniert und habe zusätzlich jetzt den Überblick über alle neuen Beiträge der 13-Dinge- und Lernen 2.0-Teilnehmerinnen; ich erhalte als jemand, der auch mit Bestandsaufbau betraut ist, ausschnittsweise die Neuerscheinungen aus meinem Fach des KUG und des mybibRSS-Dienstes der TUB HH, was ich als echte Weiterentwicklung empfinde; als Bonus gönne ich mir die Feeds aus dem Zeit-Feuilleton.

Also eine wirklich hilfreiche Sache. Einziges kleines Manko, das ich bisher entdeckt habe: wenn ich einen Blog abonniere, muss ich, um die Kommentare zu erhalten, auch die noch extra abonnieren. Hier stelle ich mir eine technische Lösung vor, bei der ich im Moment des ersten Abos gleich entscheiden kann, ob ich die Kommentare gern dazu hätte.

Das zweite Problem, das ich bei den Feeds sehe, ist eher eines des Umgangs damit. Tatsächlich lässt sich zwar die fachliche Informationsgewinnung vor allem bei den Blogs verbreitern. Bei häufig herein kommenden Neuigkeiten entsteht aber schnell wieder ein gewisser Lesedruck. Daher habe ich die von mir testweise abonnierten Spiegel-Feeds ziemlich rasch wieder abbestellt. Denn es kann, wenn man viele Feeds abonniert, schnell geschehen, dass sich der urspünglich gedachte Effizienzgewinn wieder verflüchtigt. Das kommt mir dann exakt so vor wie die Tatsache, dass es ja auch nicht gelungen ist, durch eine bessere Automotorenkonstruktion den Kohlendioxid-Ausstoß und damit die Treibhausgase zu reduzieren, weil die erzielten Fortschritte durch die kontinuierliche Erhöhung der durchschnittlichen Fahrleistung, der PS-Stärken und des Gewichts vollständig wieder zunichte gemacht wurden. 

Schafft es denn wirklich niemand, auch einmal auf das eine oder andere zu verzichten, doch nur wenige Feeds zu abonnieren und die im Vergleich zur vorigen Praxis des Einzelbesuchs von Webseiten und Blogs gewonnene Zeit für mehr Spaß (respektive direkte Kommunikation mit den KollegInnen) zu nutzen?


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