Verfasst von: haferklee | 25. November 2008

Library Thing 3.0

In einer Biographie über die französische Schriftstellerin Colette (1873-1954) wird berichtet, wie sie ihren Freund Paul Masson kennen lernte. Zu dieser Zeit war er Mitarbeiter am Katalog der französischen Nationalbibliothek und dort für die Titelaufnahme früher Bücher zuständig, und da er fand, dass die Nationalbibliothek Lücken aufwies, hatte er beschlossen, diese Titel einfach in den Katalog einzufügen.

 

„Aber“, fragte Colette ihn naiv, „wenn die Bücher doch gar nicht existieren?“ – „Ah!“, sagte er mit frivoler Geste. „Ich kann schließlich nicht alles machen“.

 

Aus: Judith Thurman: Colette : Roman ihres Lebens. Berlin 2003.


Responses

  1. […] 26. November 2008 at 14:56 | In Spaß in Bibliotheken | Haferklee nennt es Bibliotheksdings 3.0 (wobei ich mich frage, wo die 3.0 herkommt), und ich musste über die Geschichte auch tatsächlich […]

  2. Die Beschreibung und der Textausschnitt machen eines nicht ganz klar: der gute nimmt nicht nur Titel auf, zu denen die Exemplare nicht vorhanden sind, sondern er erfindet dazu noch Titel und Bücher, die „man hätte schreiben sollen“. Das ist nochmal eine Spur schärfer.

  3. @Ladilaus: Stimmt, danke für die Klarstellung. Thurmans Schilderung der Episode ist in dem Unterschied von nicht im Bestand vorhandenen zu niemals geschriebenen Büchern nicht hundertprozentig deutlich.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: