Verfasst von: haferklee | 23. Dezember 2008

Library, Think!

… oder:  Glanz und Elend des Web 2.0: Library Thing.

Ein nettes Ding, das Library Thing! Elend ist im Grunde nicht auszumachen, Glanz aber jede Menge. Viel ist im 13 Dinge-Rahmen ja schon gesagt, unter anderem von Nesaia, Dribbdebach77 und Croozer. Ich war doch erheblich überrascht von der Vielfalt der sozialen Funktionen, die LT bietet, und der Anbindung so vieler verschiedener Kataloge zur Fremddatenübernahme. Bezüglich Innovationsfreudigkeit und Originalität können sich Bibliotheken nicht nur bei Amazon, sondern auch bei LT eine dicke Scheibe abschneiden.

Trotzdem werde ich LT wohl nicht nutzen.
Privat nicht, weil ich keine Lust habe, meine Büchersammlung zu katalogisieren. Ich schaffe es durchaus auch so, den Überblick darüber zu behalten. Zweitens und wichtiger: ich werde wohl erst einmal keine Freunde über LT finden. Das ist auch das einzige wirkliche Manko: im deutschen Rahmen hat LT offensichtlich die Nutzerzahl noch nicht erreicht, die als kritische Masse vorhanden sein sollte, damit es in sozialer Hinsicht Spaß macht. Probiert habe ich es mit mehreren Sachthemen/Hobbies, unter anderen mit Garten/Gartengestaltung und Naturschutz. Häufig war ich der einzige, der das von mir katalogisierte, deutschsprachige Buch besaß.
Dienstlich wird auch nichts daraus. Ich arbeite in einer wissenschaftlichen Spezialbibliothek mit teils hochspezialisierten Beständen und einem Anteil von 60 % unselbständiger Literatur im Katalog. Da gibt es anderes, was uns bedrängt. Wäre ich allerdings verantwortlich für eine ÖB, käme ich ernsthaft ins Grübeln.

Ist LT nun eine Bedrohung für unseren Stand? Die Bookcrosser, egal wie viele es je geben mag, werden Bibliotheken nicht überflüssig machen, LT wird es auch nicht. Zumindest dann nicht, wenn wir (für unsere Zwecke) vergleichbar nachziehen. Hier ist eher Zusammenarbeit angesagt, wie das einige deutsche Bibliotheken und Verbünde ja schon tun.
Fazit: Respekt, LT!

P.S.1: VirtualDub ist eine Videobearbeitungs-Software, deren Motto mir prächtig gefällt: „Proof that I had too much free time in college“. Ob das bei Tim Spalding wohl auch so war, und LT auf eben diese Weise entstanden ist?

P.S.2: Falls der DBV mal eine Imagekampagne für Bibliotheken starten möchte, empfehle ich als Werbeslogan schon jetzt den Spruch: „Think library!“😉

Und damit allen LeserInnen schöne Weihnachtstage, eine erholsame Zeit zwischen den Jahren („Krabat“ ist bei LT mit 109 Exemplaren vertreten) und alles Gute für das kommende Jahr! Ein besonders herzliches Dankeschön geht an die 13-Dinge-Macher!!🙂


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