Verfasst von: haferklee | 19. Januar 2009

Web 2.0 in meiner Bibliothek

In ihrem Blog präsentiert LoL eine Übersicht über die Anwendung von Blogs und RSS in schweizerischen Bibliotheken, und sie hat dazu eine Umfrage unter ihren LeserInnen gestartet, inwieweit in deren Bibliotheken solche Techniken zum Einsatz kommen. Ich habe mich daran beteiligt und nehme die Umfrage zum Anlass, einen kurzen Bericht über die Anwendung von Web 2.0-Techniken in meiner Bibliothek zu geben.

Welche Anwendungen? Bei uns gibt es nichts Derartiges. Es handelt sich um eine wissenschaftliche Spezialbibliothek eines Trägers, also keine selbständige ÖB, UB oder FHB, deren Auftrag in erster Linie in der Literaturversorgung der etwa 180 WissenschaftlerInnen des eigenen Hauses besteht. Und der bisherige Verzicht auf die Segnungen des Web 2.0 ist in dieser Hinsicht meines Erachtens berechtigt. Sollen wir wirklich für diese KundInnen, die ich täglich in der Kantine sehe, ein eigenes Blog schreiben? Uns bei YouTube oder Flickr präsentieren? Uns ein Wiki ausdenken, oder was sonst noch möglich wäre? Und in punkto RSS-Anwendungen aus unserem Katalog heraus, was ich am liebsten hätte, sind wir eh von der Weiterentwicklung unseres Programms aDIS/BMS abhängig. Noch geht da bei uns nichts, aber widerspenst hat vor kurzem über erfreuliche Entwicklungen beim VÖBB berichtet, der diese Software ebenfalls einsetzt. Übrigens sind unsere WissenschaftlerInnen logischerweise mindestens Ende zwanzig, diejenigen, die den Ton angeben und auf die wir Rücksicht nehmen müssen, noch einmal deutlich älter; erst jetzt verlassen die letzten Koryphäen das Haus, die dem Zettelkatalog nachweinen. Im Querschnitt gehören unsere HauptkundInnen zur Email-Generation, und ich habe den Eindruck, dass sie im Allgemeinen nicht mehr Ahnung von Sozialer Software haben als BibliothekarInnen; also das bekannte Kommunikations-Generationenproblem.

In Bezug auf unsere sekundäre Zielgruppe, die an unserem Wissenschaftszweig interessierte Öffentlichkeit, also vor allem Studierende, sieht meine Einschätzung natürlich anders aus. Aber unser Träger, ein Bundesamt, verhält sich zu Web 2.0-Anwendungen bisher reserviert, und da können wir als Bibliothek nicht vorpreschen.

Advertisements

Responses

  1. Die Segnungen des Social Bookmarkings lassen sich m.E. auch etwas „IT-konservativeren“ Menschen recht schnell beibringen. Ich sehe da schon die Aufgabe der Bibliotheken, solche Entwicklungen gezielt voranzutreiben und auch zu betreuen.

    Und ein Wiki ist, je nach Verwendungszweck, schon für sehr kleine Personengruppen sinnvoll. Gerade für die interne Koordination.

    Aber es ist schon richtig: Einfach nur eine Technik um ihrer selbst einzusetzen, ist nicht sinnvoll.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: