Verfasst von: haferklee | 2. November 2009

Novembermörder

Eines meiner Lieblingszitate zum Thema „Berufliches Klischee“ bezieht seine Spannung aus dem pikanten Gegensatz der beiden gegenübergestellten Berufsgruppen.
In dem bei btb im Jahr 2000 erschienenen schwedischen Kriminalroman „Der Novembermörder“ von Helene Tursten berichtet eine Polizistin namens Birgitta ihren Kollegen von der Mordkommission über das Verhör einer als Täterin in Frage kommenden Frau. Dabei hat sie herausgefunden, dass die Verdächtige, zusätzlich zu ihrem regulären Halbtagsjob, nebenbei gelegentlich als Prostituierte arbeitet.

„Eine Nebentätigkeit“, sagte Birgitta, „die ihr doppelt so viel einbringt wie ihr sonstiger Job. Ratet mal, als was sie normalerweise arbeitet?“ Birgitta sah sich unter den Kollegen um, die interessiert ihren Ausführungen gefolgt waren. “Stripperin“, „Kindergärtnerin“, „Krankenschwester“ lauteten einige Vorschläge. Birgitta schüttelte lächelnd den Kopf. „Alles falsch! Sie ist Bibliothekarin!“ Alle um den Tisch sahen verblüfft drein. Etwas so Langweiliges hatte sich keiner vorgestellt.

Die Betonung beim Lesen des letzten Satzes muss sicher auf „so“ liegen. Dass die normale Berufstätigkeit der Verdächtigen, egal, worum es sich handelt, im Vergleich zur „Nebenbeschäftigung“ langweilig sein muss, scheint für Frau Tursten eh klar zu sein. Aber so langweilig …


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