Verfasst von: haferklee | 2. Mai 2010

FaMI-Azubi-Bewerbungszahlen 2010

Immer mal wieder hört man, dass die Anzahl der Bewerbungen für FaMI-Ausbildungsplätze in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Das trifft auch auf meine Bibliothek zu. Begründet wird das im Allgemeinen mit den geburtenschwächeren Jahrgängen. Da der Rückgang in meiner Bibliothek ziemlich deutlich ist, habe ich die Entwicklung der Anzahl der Bewerbungen bei uns in den Jahren 2006, 2007, 2009 und 2010 (das sind die Jahre, in denen wir je einen Ausbildungsplatz ausgeschrieben haben und für die ich über Bewerbungszahlen verfüge) der Anzahl der Geburten in Deutschland gegenübergestellt, entnommen dem jeweiligen Statistischen Jahrbuch. Dabei bin ich davon ausgegangen, dass die AusbildungsplatzbewerberInnen im Durchschnitt 18 Jahre alt sind, also in den Jahren 1988, 1989, 1991 und 1992 geboren wurden. Die Gegenüberstellung ergibt folgendes Bild:

2006: 104 Bewerbungen (=100 %)       1988: 892.993 Geburten (= 100 %)
2007: 70 Bewerbungen (= 67 %)          1989: 880.459 Geburten (= 99 %)
2009: 61 Bewerbungen (= 64 %)           1991: 830.019 Geburten (= 93 %)
2010: 42 Bewerbungen (= 40 %)           1992: 809.114 Geburten (= 91 %).

Setzt man also die beiden Ausgangszahlen als hundert Prozent, dann haben wir in diesem Jahr nur noch 40 % der Bewerbungen von 2006 gehabt. Die Zahl der Geburten ist zwar tatsächlich deutlich zurückgegangen, lag aber im Jahr 1992 bei 91 % des Wertes von 1988.

Nun mag es Gründe geben, dass in unserem speziellen Fall die Zahl der Bewerbungen überdurchschnittlich gesunken ist. So kann ich zum Beispiel nicht garantieren, dass unser Haus die Ausschreibungen in den Vergleichsjahren auch gleich weit gestreut hat. Auch unterschiedliche Zeitpunkte der Ausschreibungen können eine Rolle gespielt haben. Trotzdem kommt mir der Rückgang sehr hoch vor. Wie sieht es in anderen Bibliotheken aus? Verfügen Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, über vergleichbare Zahlen? Haben Sie auch einen Rückgang bei den Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz festgestellt? Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe dafür? Ich lade Sie herzlich ein, das Kommentarfeld für Ihre Beobachtungen und Meinungen zu nutzen.

PS 1: Natürlich sind 42 Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz auf den ersten Blick immer noch eine komfortable Größe. Aber wir empfanden davon dann doch nur 11 Bewerbungen als gut genug für eine Einladung zum Bewerbungsgespräch, wobei zu den nicht in Betracht gezogenen auch die Überqualifizierten gehören. Nach meinem Bauchgefühl hat zudem die Qualität der Bewerbungen insgesamt nachgelassen. Es ist erstaunlich, wie viele junge Menschen sich bewerben, die offensichtlich noch nie eine Bibliothek von innen gesehen haben …

PS 2: Es sei an dieser Stelle noch einmal auf die sehr interessanten beiden Posts (Nr. 1, Nr. 2) von CharliesTante hingewiesen, die das Auswahlverfahren an einer großen Bibliothek sehr ausführlich beschreibt.

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