Verfasst von: haferklee | 2. März 2011

Ein Kuss für die Bibliothekarin am Auskunftsplatz

Als angemessener Einstieg in die tollen Tage möge dieses Erlebnis am Auskunftsplatz dienen. Es ist einfach zu schön, so dass ich es der Öffentlichkeit nicht vorenthalten mag.

Vor längerer Zeit nahm ich an einer Fortbildung des HBZ NRW teil. Sie fand in den Räumen einer Bonner wissenschaftlichen Spezialbibliothek statt. Von den aus ganz Nordrhein-Westfalen angereisten TeilnehmerInnen nutzten etwa 13, 14 Personen das anschließende Angebot des Bibliotheksleiters zu einer Führung durch die Bibliothek. Dabei kamen wir auch zum Auskunftsplatz, an dem der Leiter auf den besonders guten Service seiner Bibliothek hinwies. Im Vergleich zu den Universitätsbibliotheken werde man hier erheblich persönlicher und intensiver betreut. Blitzartig wurde mir klar, dass ich die in diesem Augenblick entstandene Chance niemals wieder bekommen würde. Deshalb unterbrach ich den Bibliotheksleiter, bevor er weiter gehen konnte, und sagte zu den an der Führung Teilnehmenden: „Ich kann Ihnen beweisen, dass diese Bibliothek tatsächlich den besten und persönlichsten Service aller deutschen Bibliotheken bietet. Passen Sie auf.“ Mit diesen Worten ging ich direkt auf die am Auskunftsplatz sitzende Bibliothekarin zu, ging um die Theke herum, beugte mich zu der dort sitzenden Frau hinunter und gab ihr flugs einen Kuss auf die Wange.

Mein Überraschungscoup führte zu drei Reaktionen:
– Die TeilnehmerInnen der Bibliotheksführung standen mit offenen Mündern an ihrem Platz und warteten auf die unvermeidliche Ohrfeige.
– Die neben der Dame an der Theke sitzende junge Praktikantin starrte mich mit schreckgeweiteten Augen an. Sie fürchtete ganz offensichtlich, als nächstes an der Reihe zu sein.
– Die frisch geküsste Bibliothekarin aber seufzte nur leise und leicht genervt „Ach, Gerhard!“ Sie ist nämlich niemand anderes als meine Frau, was aber in dieser personellen Zusammensetzung fast keiner der Beteiligten wusste! Sie arbeitet in der Bibliothek, in der die Fortbildung stattfand, und hatte rein zufällig zu diesem Zeitpunkt Dienst am Auskunftsplatz.

Die Bibliotheksführung hat sich aber auch in dienstlicher Hinsicht gelohnt. Und natürlich kam ich später nicht umhin, mein seltsames Verhalten aufzuklären.

Sehr ähnlicher Beitrag, handgepflückt: Da staunte die Buchhändlerin

Bild von Okinawa Soba, CC BY-NC-SA 2.0


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