Verfasst von: haferklee | 7. Dezember 2011

Die Übernahme von FaMI-Azubis in Einrichtungen des Bundes

Im Juni 2011 trafen sich FaMI-AusbilderInnen aus Einrichtungen des Bundes zum jährlichen Informationsaustausch. Vertreten waren fast alle Institutionen, vorwiegend Bibliotheken, aber auch Archive und IuD-Stellen. Es ging bei diesem Treffen unter anderem um die aktuelle Situation bezüglich der Übernahme von FaMI-Azubis nach der Abschlussprüfung. Auch wenn seit der Tagung einige Monate vergangen sind, hat sich an der damals festgestellten Lage sicher nichts geändert. Wie gehen nun die FaMI-ausbildenden Einrichtungen des Bundes mit ihren Azubis nach der Prüfung um?

  • Mit einer einzigen Ausnahme übernehmen alle Einrichtungen ihre FaMI-Azubis nach der Abschlussprüfung zunächst.
  • Die erheblich überwiegende Mehrzahl der Einrichtungen übernimmt ihre Azubis allerdings nur befristet, meist für ein Jahr. Es gibt einzelne Einrichtungen, die diese Frist bei guter Leistung um ein Jahr verlängern. In einem anderen Fall wurde einer Verkürzerin, die gute Noten erbracht hatte, als Belohnung ein anderthalbjähriger Vertrag angeboten.
  • Die meisten Einrichtungen machen die Dauer der Befristung nicht von erbrachten Noten abhängig, sondern nur vom Bestehen der Prüfung. Bei zwei Einrichtungen führt das Prüfungsergebnis zu einer unterschiedlich langen Befristung, von einer zweijährigen Dauer bei Note Eins bis zu einem halben Jahr bei Note Vier; hierbei wurde allerdings geäußert, dass es besser wäre, die Dauer der Befristung nicht vom Ergebnis einer punktuellen Leistungserbringung (Abschlussprüfung) abhängig zu machen, sondern von der Gesamtbetrachtung der Ausbildungsleistung.
  • Fast alle Einrichtungen übernehmen ihre Azubis in die Entgeltgruppe 5 TVÖD. Bei insgesamt drei Einrichtungen, so wurde berichtet, sei das aber anders. Dort erfolge die Übernahme lediglich in die EG 3. Dabei übernähme eine dieser beiden Institutionen ihre Azubis befristet für ein Jahr, eine zweite übernähme sie bei einer Abschlussnote von mindestens „Befriedigend“ unbefristet. Dabei erledigten die Ex-Azubis in diesen Einrichtungen sehr häufig Tätigkeiten, die über dem Niveau der EG 3 lägen, weil andernfalls der Dienstbetrieb kaum aufrecht erhalten werden könne. Die Ex-Azubis hielten aber still, weil sie die Hoffnung hegten, später einmal auf einen besser bezahlten Arbeitsplatz wechseln zu können.
  • Einzelne weitere Einrichtungen berichteten, dass es dort erste Überlegungen gegeben habe, FaMIs nach bestandener Prüfung in die EG 3 einzustufen, ohne dass dies bisher realisiert worden sei. Beklagt wurde zudem, dass es (außerhalb des Bundes) bereits mindestens eine Stellenausschreibung nach EG 3 gegeben habe, die mit Tätigkeitsmerkmalen der EG 5 beschrieben war.
  • Zusammenfassend ergab sich das Bild, dass die überwältigende Mehrheit der Einrichtungen des Bundes nach EG 5 bezahlt. Gleichzeitig zeichnet sich aber, wohl aufgrund des inzwischen auch beim Bund angekommenen Einspardrucks, eine leichte Tendenz ab, diese tarifgemäße Eingruppierung nach unten zu umgehen.
  • Die anwesende Vertreterin der Zuständigen Stelle berichtete über die regelmäßige Umfrage ihrer Institution jeweils unmittelbar nach der jährlichen Abschlussprüfung. Die Umfrage bezieht sich allerdings auf Prüflinge aus Bund, Ländern, Kommunen und Privatwirtschaft. Daraus ergebe sich, dass die unbefristeten Übernahmen generell zurückgingen, die Befristungen aber tendenziell länger geworden seien und normalerweise bei einem Jahr lägen, teilweise aber auch noch länger seien. Bei den Kommunen komme es vor, dass Azubis, nach bestandener Prüfung und bei einer unbefristeten Übernahme, für die Dauer der Probezeit zunächst nach EG 3 vergütet würden, danach aber EG 5 erhielten.
  • Bezüglich der Tätigkeiten, mit denen die weiterbeschäftigten Azubis betraut werden, ergab sich ein differenziertes Bild. Am häufigsten werden sie als Urlaubsvertretung bzw. Springer eingesetzt, was durch die Vielseitigkeit der Ausbildung weitgehend unproblematisch möglich ist. Viele Institutionen beschäftigen diesen Personenkreis aber auch mit Sonderaufgaben bzw. Projekten, die wegen des möglichen kurzfristigen Ausscheidens bei einem Stellenwechsel ggf. relativ problemlos abgebrochen werden können, wie z.B. Retrokatalogisierung oder der Einarbeitung von Sonderbeständen.
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Responses

  1. Wer in E3 eingruppiert, braucht sich nicht wundern, wenn seine sehr guten und guten Azubis nach der Ausbildung an andere Einrichtungen gehen.

  2. @sally86: Ja, das stimmt natürlich. Allerdings werden viele E5-Stellen befristet oder/und Teilzeit angeboten. Und damit kann man einen Wohnortwechsel nicht bezahlen. Die unbefristeten E5-Stellen sind eben doch nicht ganz so häufig.


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